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Josef Andreas Jungmann ist ein Tauferer, der mit seinen Publikationen nicht nur Geschichte gemacht hat. Es gibt wohl keinen Tauferer, der mit Büchern – weltweit - soviel bewegt hat, wie der „Bruggnmüller-Sohn“ aus Sand: Er hat sein Fachgebiet, die Liturgiewissenschaft, nachhaltig verändert: Er war der Vordenker jener bahnbrechenden Liturgiereformen, die – vom Zweiten Vatikanum 1965 beschlossen - das gottesdienstliche Feiern der Katholischen Kirche grundlegend erneuert haben.

Um diesem Werk ein würdiges und bleibendes Denkmal zu setzen, beantragte der Pfarrgemeinderat von Taufers am 9. März 2001 die neu errichtete Bibliothek am Rathausplatz in Sand in Taufers nach Pater Josef Andreas Jungmann zu benennen – als Anerkennung für einen großen Tauferer Wissenschaftler, als Ehre für seine Heimatgemeinde.

Das Portrait in der Bibliothek hat Gotthard Bonell 1987 gemalt.

 

Zu seinem Leben

  • Geboren am 16. November 1889 in Sand in Taufers als viertes von sieben Kindern beim „Bruggnmüller“; sein Vater war einige Zeit Abgeordneter zum Landtag in Innsbruck.
  • 1913 Primiz in Taufers (zusammen mit seinem älteren Bruder Franz).
  • 1913-1917 Kooperatorenjahre in Niedervintl und Gossensaß.
  • 1917 Eintritt in den Jesuitenorden (Noviziat).
  • Dissertation („Die Lehre von der Gnade im katechetischen und kerygmatischen Leben in den ersten 300 Jahren“) und Habilitation („Die Stellung Christi im liturgischen Gebet“).
  • 1933 erhält P. Jungmann einen Lehrstuhl an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck.
  • 1936 veröffentlicht er „Die Frohbotschaft und unsere Glaubensverkündigung“. Wie brisant die Forschungen Jungmanns waren, bezeugt die Tatsache, dass dieses Werk auf Weisung von Rom eingezogen werden sollte. Daraufhin kauft der vorgesetzte Jesuitenprovinzial die gesamte Auflage und gibt sie einem auserlesenen Kreis von Lesern weiter. 20 Jahre später wird dieses Werk als bahnbrechend neu aufgelegt.
  • Weltweit bekannt wird P. Josef Andreas Jungmann durch sein zweibändiges Werk über die Geschichte der Messfeier „Missarum Sollemnia“ (1948).
  • 1952/53 Dekan der Universität Innsbruck, 1953/54 Rektor Magnificus.
  • 1956 tritt Jungmann in den Ruhestand, hält aber weiterhin außerordentliche Vorlesungen.
  • 1960 wird er als Fachmann für Liturgie zur Vorbereitung des II. Vatikanums berufen. Während des Konzils arbeitet er als Mitglied der Liturgiekommission, anschließend ist er Berater des Rates zur Durchführung der Liturgiekonstitution.
  • Gastvorlesungen führten den Tauferer nach München und Frankfurt, in die USA, nach Irland, Schweden und Portugal und 1967 sogar nach Manila.
  • Seit 1960 hat Jungmann mit Hörproblemen zu leiden, 1972 kommt ein Augenleiden dazu. Trotzdem arbeitet der Priester bis eine Woche vor seinem Tod im Jänner 1975.

Zu seinem Charakter: leise, bescheiden, zurückhaltend.

Seine wissenschaftliche Arbeit ist gekennzeichnet durch seine Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen, durch seinen Sinn für die Geschichte und seinen Fleiß. Charakteristisch im Lebensstil ist die Zähigkeit bei der Verfolgung seiner Ziele: Still und ohne Aufsehen, aber konsequent arbeitet er an der Umsetzung seiner Ideen - ohne selber groß in Erscheinung zu treten und ohne „Öl aufs Feuer zu gießen“. Obwohl seinem Schaffen anfangs Misstrauen entgegengebracht wird, übt er nie öffentliche Kritik, hält aber in aller Bescheidenheit und Zähigkeit an dem fest, was er für richtig erkannt hat, und überzeugt letztendlich Bischöfe und Kardinäle. Viele Bischöfe und heute bekannte Wissenschaftler zählen zu seinen Schülern.

 

Die Bedeutung Jungmanns belegen auch zahlreiche Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden:

  • 1957 Silbernes Ehrenzeichen für die Verdienste um Österreich;
  • 1961 Ehrenzeichen des Landes Tirol;
  • 1967 Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Sand i. Taufers (was ihn sehr gefreut hat);
  • 1972 Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg.
  • 2001 Benennung der Öffentlichen Bibliothek Sand i.T. nach „Pater Josef Andreas Jungmann“.