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JAHRESBERICHT 2019

Es wird gelesen – aber anders

 

Nach wie vor ist das Lesen für die meisten Menschen wichtig, doch ist es nicht mehr nur das klassische Buch, mit dem ich es mir gemütlich in eine Decke gehüllt und einem duftenden Tee auf der Couch gemütlich mache. Mit den digitalen Medien lesen besonders junge Menschen vor allem E-Mails, Textnachrichten und Internettexte von einer enormen Bandbreite, von Kurznachrichten bis zu Hypertexten.

 

Sich dort gut und sinnvoll zu orientieren, bedarf es einer besonderen Lese- und Medienkompetenz, einer guten Lesefähigkeit und Übung in der Sinnerfassung … und das beginnt nach wie vor beim Kinderbuch.

 

Deshalb war es der Bibliothek ein besonderes Anliegen, sich vor allem der Leseförderung für Kinder zu widmen, um diese Anforderungen zu unterstützen. So wurden viele Bücher vorgestellt, verschiedene Referenten eingeladen und mehrere Aktionen organisiert. An diesem Vorhaben möchte man auch in den nächsten Jahren festhalten.

 

 

Zwar konnte in diesem Jahr die Ausleihzahl mit insgesamt 12.160 Medien, sowie jene der aktiven Benutzer mit 729 im Vergleich zu den letzten Jahren nicht gesteigert werden. Doch in Anbetracht der Umstände ist es eine beachtliche Zahl. Die große Baustelle rund um die Bibliothek hat den Zugang sehr erschwert, sei es für die Kinder, wie für besorgte Eltern, aber auch Touristen im Sommer. Das zeigt sich auch an der Besucherzahl, wo man einen Rückgang von 3.000 Besuchern vermerken muss.

 

Interessant jedoch ist, dass bei weniger aktiven Lesern und zurückgegangen Entlehnungen, die Ausleihe von Erwachsenenbüchern (ab 30 Jahre) trotzdem stetig zunimmt. Das ist bestimmt zurückzuführen auf das umfangreiche und stets aktuelle Angebot, sowie auf die kompetente Beratung vieler Mitarbeiter der Bibliothek.

 

         

Auffallend ist auch, dass sehr viel mehr CD’s ausgeliehen wurden als in den letzten Jahren. Dabei dürfen wir auch die Ausleihe der neuen Tonies mit einrechnen, die sehr großen Anklang in der Bibliothek finden.

Festhalten muss man allerdings auch ein Thema, das schon seit Ewigkeiten diskutiert wird, doch wofür noch nie eine angemessene Lösung gefunden werden konnte: der Dienstag- und Donnerstagnachmittag nach der Schule. Die Bibliothek ist überfüllt, der Lärmpegel zu hoch, es wird gelaufen und Verstecken gespielt. Oft sind Kleinkinder unbeaufsichtigt und warten bis Eltern sie abholen. Wenn man an diesen Nachmittagen alleine beim Ausleihverkehr ist, ist eine solche Situation nicht zu bewältigen.

Nichtsdestotrotz gab es über das ganze Jahr eine rege Tätigkeit für Groß und Klein mit vielen positiven Erlebnissen und Rückmeldungen. Großes Interesse bei den Erwachsenen fand vor allem die Buchvorstellung „Frühstück mal anders“ mit Verkostung von Barbara Prast im Mai.

 

Auch Kindergartenbesuche standen mehrmals auf dem Programm. Dabei wurden den Vorschulkindern von unseren Mitarbeitern tolle Bilderbücher vorgelesen und anschließend durften sie dann dazu basteln oder malen. Mit ihren zu den jeweiligen Gruppen bemalten Kisten brachten sie die ausgeliehenen Bücher zurück und liehen wieder neue aus. Auch wurde erstmals ein Papiertheater für die Allerkleinsten organisiert.

 

Die Grundschüler durften die junge Autorin Michaela Hellweger kennenlernen, die ihr Buch bereits mit 10 Jahren geschrieben hatte oder an der „Hexenschule“ teilnehmen, von der Ruth Schmidhammer von der Drehscheibe in Brixen zu berichten wusste. Auch die „Spielekette“ im Freien, immer geführt von der Drehscheibe, hat den Kindern großen Spaß gemacht. Es fand auch wiederum die traditionelle Sommerleseaktion für Grundschüler statt, an der sich wie gewohnt die allermeisten Schüler beteiligten. Zum Abschluss wurde wieder ein tolles Fest gefeiert mit Basteln, Spielen und Kastanienbraten. Weitergeführt wurde auch die Reihe „Kennst du schon...?“, wo an mehreren Nachmittagen - erstmals im Frühjahr UND im Herbst - verschiedene Bücher vorgestellt wurden.

 

Die Zusammenarbeit mit der Mittelschule konnte verstärkt werden. So wurde wieder die alljährliche Sommerleseaktion, sowie eine Buchvorstellung „Weg nur weg“ mit Alexander Nitz vom Haus der Solidarität (OEW Brixen) für die 1. Klassen und ein „Bookslam“ in Zusammenarbeit mit der Drehscheibe Brixen für die 2. Klassen gemeinsam organisiert. Letzteres konnte Schüler und Lehrer besonders begeistern.

 

Für die Jugendlichen gab es in diesem Jahr leider keine auf Landesebene organisierte Sommerleseaktion.

 

Ein besonderer Dank gilt der Gemeindeverwaltung für die Unterstützung und ihr offenes Ohr, dem Bibliotheksvorstand für seinen Beitrag und vor allem den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die durch ihre höfliche, geduldige Art und ihren Fleiß eine nicht wegzudenkende Dienstleistung für das Dorf ermöglichen.

 

 

Wolkenstein, Jänner 2020