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Es lebte einmal ein armer Graf, der für viele Jahre in die Fremde zog, denn „Kasten“, der Ansitz seiner Väter, war nichts anderes als eine armselige Ruine, in der die Mäuse tanzten. Alles, was der Graf sein eigen nannte, war ein fröhliches, genügsames Herz und ein unverdrossener Mut. Eines Tages aber packte ihn doch das Heimweh, und er zog nach Hause, zu seiner alten, verfallenen Burg. Unterwegs füllte er seine Reisetasche mit Kastanien: köstliche Früchte, die ringsum im Land beliebt sind, und geröstet zu einem Glase Rotwein ausgezeichnet munden. So versorgt, zog also unser Graf seines Weges und hatte bald sein Ziel erreicht. „Grüß dich Gott, mein altes Schloss!“ rief er fröhlich aus, „dich samt allem Ingesinde, das hier einen Platz gefunden!“, denn gerade lief ihm eine fette Spinne über den Weg. Darauf machte er ein wenig Ordnung, packte seine „Köschten“ aus und suchte nach einem bequemen Platz, wo er sich niederlassen konnte nach der langen Reise. Da lispelte es zu seinen Füßen, und er entdeckte ein niedliches Männlein, das ihn bat, ob es wohl bei seinem duftenden Mahl samt seinen Brüdern mithelfen dürfte. „Aber gewiss, kleiner Wicht“, sagte der freigiebige Graf lachend, denn was wollten solch spannenlange Leutchen schon viel essen! Da blieb noch genug für ihn zurück. Kurz und gut, das Mahl war bald zubereitet, die zischenden und krachenden Kastanien sprangen lustig im Feuer, und es fand sich auch ein Schlücklein Wein dazu in der Reiseflasche. Die Männlein griffen tüchtig zu und gebärdeten sich schier ausgelassen vor Übermut, je später es wurde desto mehr. Gegen Mitternacht verschwanden sie kichernd. Unser Graf wollte nur noch die Köschtenschalen wegräumen, ehe er sich zur Ruhe legte. Aber, o Wunder, was klang denn da so eigen? Als er richtig hinschaute, sah er reines Gold, das er beinahe fortgeschüttet hätte! Nun war der arme Graf plötzlich ein reicher Edelmann geworden. Das Zwergenvolk aber, das ihm aus aller Not geholfen, wurde nicht vergessen. Die Nörggelen waren auf dem Schloss stets willkommen.

(Quelle: Winkler Robert, Sagen aus dem Vinschgau, Athesia)

Köstenwunder - Kastanien     Das Köstenwunder - Nörggelen

 

Grundschule Tschars
 

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