Informationen zum Datenschutz <Hier klicken>
Bei der Verwendung dieser Webseite werden Cookies angelegt, um die Funktionalität für Sie optimal gewährleisten zu können. Zudem werden personenbezogene Daten erhoben und genutzt. Bitte beachten Sie hierzu unsere allgemeine Datenschutzerklärung. Mit der weiteren Nutzung stimmen Sie diesen Bedingungen zu.
X
  GO
de-DEit-IT

Viele Tscharser erinnern sich noch lebhaft daran, wie sehr ihnen als Kinder der Schrecken in die Glieder schoss, wenn vom Pfoffagonder die Rede ging. Gar mancher Antrag, der an sie in finsteren Stunden des Abends oder der Nacht gerichtet wurde, bliebe aus diesem Grund unausgeführt. Wie stiegen da manchem Bürschlein die Grausbirnen auf, wenn es hieß: „Pass lei auf, Bürschl, wenn du nit hoamgeasch, kimmscht untern Pfoffagonder!“ Doch auch mancher abergläubischer Erwachsener schritt des Nachts an unheimlichen Stellen etwas schneller als gewöhnlich und mit klopfendem Herzen vorbei.

Der Pfoffagonder war ein ganz dunkel gekleideter Mann, der seinen Kopf oder einenErstelldatum 02.04.2009 17:30:00 Pack Bücher meist unterm  Arm mit sich herumtrug. Deshalb vermutete man in ihm den herumirrenden Geist eines Priesters. Sein Unwesen trieb dieses Gespenst auf der Schattenseite zwischen „Friegl-“ und „Schleitbach“ oberhalb des Etschwaales. Wer ihm innerhalb dieses seines Bereiches, in den er verbannt worden war, in die Quere kam, erfuhr Schauerliches. Doch erst als am Abend das Aveläuten im Tscharser Pfarrturm verklungen war, kam für ihn die Zeit, die bis zum ersten Klang der Aveglocke  in den Morgenstunden dauerte. Am öftesten erblickte man ihn auf dem Tomberg und auf den Scharwiesen neben dem Schlumsbach.

Einst fiel ihm eine Frau in später Nachtstunde in die Hände. Er packte sie mit seinen Geisterkrallen und verschleppte sie. In einer großen Steingand neben der „Oberalb“ bei Marzaun grub er sie bei lebendigem Leib ein. Das Gelände dort heißt seitdem die „Pfoffagond“; der Geist aber erhielt, nach dieser grässlichen Missetat, den Namen „Pfoffagonder“.

Eine Hirtin, die er nach dem Aveläuten beim Heimtreiben der Kühe überraschte, nahm er unter den Arm, schleppte sie ebenfalls in die Nähe dieser Steingand und steckte sie kurzerhand unter eine große Baumwurzel. Dort verbrachte sie unter schrecklichen Angstqualen die Nacht, blieb aber am Leben und konnte sich nach dem Aveläuten in der Früh selbst befreien. Wie staunten aber ihre Mitmenschen auf dem Tomberg, als sie das junge Mädchen, nach dieser Nacht des Schreckens mit schlohweiß gebleichtem Haar heimkehren sahen.

Einmal schlich diesem Unhold ein Mann, der die Scharwiesen bewässerte, bis an die Grenze seines unheilvollen Reiches nach. Er kam ihm schließlich so nahe, dass er ihm seine scharfe Waalhau mit aller Gewalt auf den Rücken niedersausen lassen konnte. Doch vergebens! Es war ihm, als haue er auf einen Strohsack ein.

Nach und nach blieb der Pfoffagonder aus. Heute hört man nur mehr hie und da alte Leute von ihm erzählen.

(Quelle: Winkler Robert, Sagen aus dem Vinschgau, Athesia)

 


Gestaltet von den Pfoffagonder Tuifl


PDF  Sage "Der Pfoffagonder" herunterladen


Allgemeine Infos zum Sagenprojekt "Was uns Sagen sagen" >>