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Etwas abseits von den spärlichen Mauerüberresten der Burg Galsaun liegen, wie hingeschleudert, drei sonderbare Steine. Sie sehen menschlichen Gestalten mit fürchterlichen Augen ähnlich, bei deren Anblick dem Wanderer Schauer über den Rücken laufen. Diese drei Felsbrocken, sollen nämlichen  drei verzauberte  Grafentöchter umschließen: Ein Galsauner Ritter besaß einst drei schöne, verwöhnte Töchter, denen jeder Wunsch erfüllt wurde. Selbst gewöhnt an alle Annehmlichkeiten des damaligen Herrenlebens, blieben sie kalt und hartherzig gegenüber der Not der Mitmenschen. Einst brach ein herrlicher Frühlingsmorgen an, als eine Zigeunerin, ihr Kindl auf dem Rücken gebunden, mühsam zur stolzen Burg emporkeuchte. Auf Hochgalsaun öffnete sich gerade knarrend das Burgtor und die Schlosstöchter ritten frohgemut auf die Jagd. Das arme Weib beeilte sich, sie noch einzuholen. Aus der Hand wollte sie ihnen Glück sagen. Die drei Galsaunerinnen gewahrten die Fremde, die so plötzlich aus vor ihnen stand, und herrschten sie barsch an: „Wir haben jetzt keine Zeit für euch, und wer hat euch gerufen?“ Die eingeschüchterte Zigeunerin brachte zaghaft ihr Ansinnen vor und bat, wenigstens dem hungrigen Kindl ein Tässchen Milch zu reichen. Die unbarmherzigen Schwestern wiesen sie aber zornig von der Schwelle. Die Älteste griff zudem nach der Reitpeitsche und schlug sie zweimal in das Gesicht des bittenden Weibes. Die Misshandelte streckte jetzt die Hand in glühendem Zorn zum Himmel und schrie: „Sklave und Herr haben den gleichen Vater dort oben. Hütet euch vor seinem Gericht! Fluch euch! Steine sollt ihr werden, kalte Steine!“ Gespensterhaft warf der Wald die unheimlichen Flüche zurück. Wie durch Zauberhand kollerten drei Gesteinsbrocken hügelabwärts. Sie wälzten sich, überschlugen sich zwei-, dreimal und blieben dann liegen; dort, wo sie noch heute zu sehen sind, die drei „glotzenden“ Steine!

(Quelle: Winkler Robert, Sagen aus dem Vinschgau, Athesia)


Gestaltet von Kindern der Grundschule Tschars


Grundschule Tschars

 

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