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Über Kastelbell liegt auf einem bewaldeten Hügel eine ausgedehnte Burgruine. Es sind die armseligen Überreste der im Jahre 1317 geschleiften Burg Montalban. Über das Schicksal der Burg und ihre Besitzer erzählt die Sage:

Vor langer Zeit lebte dort ein Graf, der ringsum im Land viele Burgen besaß. Er aber war stolz und hochfahrend, und noch immer reichte ihm sein Besitz nicht aus, um den anderen Grafen so recht seine Macht zu beweisen. Einstens  plante er hoch oben am Berg eine neue Burg zu errichten. Zu diesem Zweck befahl er allen Bauern und Leibeigenen, ob Mann oder Frau, ob Greis oder Kind, Steine und sonstiges Material zum Bau der Burg Montalban den Berg hinaufzuschleppen. In diesem Jahr mussten alle Äcker ohne Frucht bleiben, denn Tag und Nacht währte der Frondienst für den Grafen. Die Pflüge rosteten, aber wehe, wenn jemand ein Murren vernehmen ließ! Ihn prügelten die Schergen des unmenschlichen Grafen fast zu Tode. Rasch wuchsen zwar die starken Mauern der Feste empor, ab die vielen Flüche und Tränen waren nicht umsonst mit ihn den Bau gefügt. Die prächtige Burg ward bald vollendet und schnell vom Bauherrn bezogen. Ein Fest nach dem anderen wurde darin gefeiert und aus den Fenstern drang der Lärm der betrunkenen Gäste; der Schlossherr trieb’s dabei am ärgsten. Mit Bitterkeit verfolgten die Bauern das ausgelassene Treiben in der Burg. Als dann eines Tages des Grafen wilde Jagdgesellschaft gar noch mutwillig die Äcker der Bauern verwüsteten, da traten ein paar mutige Männer zur Beratung zusammen. In der folgenden Nacht zogen sie geschlossen den Berg hinauf, mit Eisenstangen, Äxten und sonstigem Kriegswerkzeug bewaffnet. Gnade gebe dir Gott, Graf Montalban! Zu lange währte schon dein schändliches Tun! Als mitten in der Nacht die ersten Axthiebe dumpf ans verschlossene Tor dröhnten, da fuhren die zechenden Gäste und der schwelgende Burgherr von ihren Sitzen hoch, so dass die vollen Weinkannen umkippten, und das köstliche Nass den Boden rot färbte. Doch zu spät! Mit Mühe und Not konnten der Graf und seine Gäste das nackte Leben retten, seine Schergen aber wurden von den erzürnten Bauern erschlagen wie räudige Hunde. Darauf zerstörten sie die Burg und ließen keinen Stein auf dem andern. Dem Erdboden gleichgemacht lag Montalban da, als ein neuer Tag erwachte. So gerecht schien allen der schreckliche Zorn der Bauern, dass es niemand wagte, sie für ihre Tat zu strafen. Der vertriebene Graf jedoch blieb für immer verschollen.

(Quelle: Winkler Robert, Sagen aus dem Vinschgau, Athesia)

Die zornigen Bauern

Die zornigen Bauern

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