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In alten Zeiten, als die Talwege noch nicht bestanden oder zu unsicher waren, überschritten die Bewohner der Täler die Jöcher zwischen den Bergen. Sie hatten auch bestimmte Rastplätze, wo sie sich verschnauften, bevor sie in die Täler hinabstiegen. Eine solche „Rast“ befand sich auch auf den Übergängen zwischen dem Vinschgau und dem Ultental. Es führte nämlich ein Übergang zwischen St. Walburg oder St. Nikolaus hinüber nach Kastelbell über das Rontscher Joch und die Muegg-Grub. In der Muegg-Grueb hauste ein böser Zwerg. Er war hässlich und tückisch. Alle Leute fürchteten sich vor ihm, besonders die jungen Mädchen. Er versuchte immer wieder, sie in eine Grube zu locken. Besonders auf eine hatte er es abgesehen, auf die schöne Marein im Vinschgau. Sie hatte ihren Liebsten drüben in Ulten. Droben an der Koflrast trafen sie sich oft. Damals waren hier oben noch keine Seen, sondern ein leicht begehbarer Übergang. Der Zwerg Muegg lag dort auf der Lauer. Es gelang ihm aber nicht, das Mädchen abzufangen. Ihr Freund begleitete es bis hinab in die Almen, und dorthin wagte sich der Zwerg nicht. In seinem Zorn kam ihm der böse Gedanke: Konnte er das Mädchen nicht haben, so sollte es auch der andere nicht bekommen. Sie sollten beide zugrunde gehen, und zwar droben in den Raster-Köfeln. Der hinterlistige Norgg verbündete sich mit dem starken Riesen „Dieb“, der gleichfalls zu jener Zeit dort oben hauste. Als sich die zwei jungen Leute wieder einmal auf der Koflrast droben trafen, war für den erzürnten Zwerg der richtige Zeitpunkt zu seiner Rache gekommen. Er befahl dem einfältigen Riesen, die Berge zusammenzuschieben zu einem so schmalen Grat, dass die beiden abstürzen mussten. Als der Riese die Bergflanken von hüben und drüben zusammenrückte, wurde aus der Tiefe das Wasser herausgepresst und es bildeten sich zwei Seen. Inzwischen war dichter Nebel von den Tälern aufgestiegen, der den Übergang des Liebespaares auf die Vinschgauer Seite sehr behinderte. Die beiden Liebenden sahen auf einmal vor sich das tiefe Wasser einer der Seen und fielen hinein. Aber auch Muegg, der hinterlistige Zwerg, büßte seine Eifersucht und seine Tücke mit dem Leben. Er wurde unter den vom Rontscher Joch herabpolternden Köfeln begraben; daher der Name: die „Muegg-Grube“. Der neue Berg bekam den Namen nach dem Riesen: „Hoher Dieb“. So entstanden da droben zwischen Vinschgau und Ulten die Koflraster Seen. Dem größeren sieht man es auch an, dass böse Mächte ihn geboren, denn er schaut meistens sehr finster drein. Er ist zwischen den aufsteigenden, halb eingestürzten, zusammengeschobenen Köfeln tief unten eingeklemmt. Nach der Sage reicht er im Bergesinneren bis ins Tal hinunter. Man weiß von keinem tieferen See im Land.

(Quelle: Winkler Robert, Sagen aus dem Vinschgau, Athesia)

 

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