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In der Bibliothek entdeckt:

 

 

 

 

September 2020

Uda Strätling: The street Die Strasse (Nagel & Kimche Verlag, 2020)

Eine hübsche junge Frau mit dunkler Hautfarbe, das ist Lutie Johnson, verheiratet mit Jim, ihrer großen Liebe und Mutter des kleinen Bubb, aufgewachsen ohne Mutter, träumt von einem besseren Leben außerhalb der Armut.

Doch das Leben meint es nicht gut mit ihr. Ihr Mann wird arbeitslos. Lutie muss ab jetzt für ihre Familie sorgen. Bald geht es im Alltag nur noch ums Überleben. Tagtäglich versucht sie in Würde ihren Sohn zu einem anständigen Menschen zu erziehen, lernt aber erneut nur Armut, Gewalt und Rassismus des Amerika der 40er Jahre kennen.

Jeden Tag bemüht sich Jim um einen Job, jeden Tag kommt er aber erfolglos nach Hause.

Bald sind alle Geldreserven aufgebraucht und Jim erstickt seine Wut und seine Aussichts-losigkeit im Alkohol.

Alle Last liegt nun auf Lutie. Für ihre Familie ist sie bereit, sehr hart zu arbeiten. Sie überlässt ihrem arbeitslosen Mann den Sohn und zieht zu einer weißen Familie, wo sie den Haushalt führt und ein kleines Kind, ebenso alt wie ihr eigener Sohn, versorgt. Ihm schenkt sie all ihre Mutterliebe, die dem kleinen Little Henry von der eigenen Mutter verwehrt wird und die sie dem eigenen Sohn selbst nicht schenken kann.

Im Hause ihres weißen Arbeitgebers sieht Lutie schnell, dass man mit Arbeit und Fleiß zu Wohlstand kommen kann, wird aber auch mit Anfeindungen und Vorurteilen konfrontiert, dunkelhäutige Frauen seien alle Flittchen.

Dann eine erneute Wendung: ein Anruf ! Lutie soll sofort nach Hause!

In ihrer Abwesenheit hat Jim sie betrogen, den Sohn vernachlässigt und misshandelt!

Sie entschließt sich dazu, sich von Jim zu trennen. Mit Sohn Bubb zieht sie in eine schäbige, stickige Wohnung in der 116th Street auf der Upper Westside in Manhatten, einem dunklen Viertel voller Krimineller, Alkoholiker, abartiger Menschen.

Aber Lutie gibt nicht auf, ist weiter vom Willen beseelt, ihren Sohn zu einem anständigen Menschen zu erziehen.

Am Ende muss Lutie jedoch einsehen, dass auch sie gegen die Niedertracht der Straße und gegen das menschenverachtende System des Rassismus in Amerika keine Chance hat und so kann die Geschichte letztendlich nur in einer menschlichen Tragödie enden …

 

„Anne Petry (1908-1997) war Journalistin, Pharmzeutin, Lehrerin und Gemeindeaktivistin

In ihren drei Romanen, Kurzgeschichten und Kinderbüchern beschäftigte sie sich mit der Frage, was es bedeutet, Afroamerikaner/in, bzw. dunkelhäutig in Amerika zu sein. Der Rassismus und all seine Facetten sind das Hauptthema ihrer Literatur.

The street war ihr erster Roman. Er wurde 1946 veröffentlicht“ (Zitat aus www.perlentaucher.de).

In Anbetracht der momentanen Ereignisse in Amerika ist dieses Buch aktueller denn je.

 

Margret Baur Zöschg

 

 

Juni 2020

Ian McEwan: Die Kakerlake (Diogenes Verlag, 2019)

"Meine lieben Kollegen! Die Wünsche der Menschen sind oft im Widerstreit mit ihrer Intelligenz. Wir haben am Rad des Populismus gedreht. Sobald die menschliche Bevölkerung in Armut stürzt, werden wir gedeihen". Mit diesen Worten umreißt der neue britische Premier Jim Sams sein politisches Programm, das darauf abzielt seiner Spezies dauerhaft die Herrschaft über die Menschen zu sichern. Eigentlich ist Sams nämlich eine Kakerlake, die über Nacht menschliche Gestalt angenommen hat. Und er ist nicht der Einzige. Wie sich herausstellt, hatten auch die meisten seiner Minister vor kurzem noch sechs statt zwei Beine. Genauso wie der amtierende amerikanische Präsident, der deshalb zum wichtigsten Verbündeten wird. Ihr gemeinsames Ziel ist es eine nie dagewesene Wirtschaftskrise herbeizuführen und in dem daraus folgendem Chaos die Demokratie so weit auszuhöhlen, dass einer vom irregeleiteten Volk gewollten Diktatur nichts mehr im Wege steht.
Das 2019 erschienene Buch des britischen Bestseller Autors Ian McEwan wird in den Medien als Homage an die berühmte Erzählung von Franz Kafka „Die Verwandlung“, vor allem aber als Anklageschrift gegen den Brexit gesehen. Dazu wird der Autor mit den Worten zitiert: "Wenn das Parlament geschlossen wird, sodass die Regierung in einem kritischen Moment nicht herausgefordert werden kann, wenn Minister schamlos lügen wie einst die Sowjetführer, wenn Brexiteers in hohen Positionen die Katastrophe eines No-Deals geradezu herbeiflehen - dann muss ein Schriftsteller sich fragen, was er tun kann. Es gibt nur eine Antwort darauf: schreiben." In Wirklichkeit bietet diese bitterböse Satire aber weit mehr. Sie stellt eine neue Spezies von Politikern an den Pranger, der nicht das Wohl der Bürger, sondern ausschließlich ihr eigenes Ego und die Interessen ihrer Lobbys wichtig sind. Meisterhaft werden die Methoden dargestellt, deren sich diese als Menschen verkleideten Kakerlaken bedienen. Über die sozialen Medien und die größtenteils willfährige Presse werden gezielt Lügen verbreitet, die dazu dienen „Volkes Wille“ zu instrumentalisieren und politische Gegner aus dem Weg zu räumen. Eigenständiges Denken und Vernunft sollen durch blinden Gehorsam ersetzt werden, das Rad der Zeit auf den Stand vor der Aufklärung zurückgedreht werden. Nur wenn das Vertrauen in Wissenschaft und in messbarer Leistung zum Schwinden gebracht wird, können die Kakerlaken auf den Flügeln des Populismus die Macht erhalten und bewahren. Weil dieses Buch auf wenig mehr als 100 Seiten anschaulich und unterhaltsam die Machenschaften dieser angeblichen Volksvertreter entlarvt, ist es ein nützliches Buch. Es hilft dem Leser/der Leserin die Kakerlaken in ihrem Umfeld ausfindig zu machen. Auch und gerade in Zeiten der Corona-Krise. Das ist wichtig. Denn die Welt, die kleine genauso wie die große, geht nicht an den Schlechten zugrunde, sondern an den Guten, die das Schlechte nicht bekämpfen.

Christoph Gufler

 

Mai 2020

Marie Lu: Warcross - Das Spiel ist eröffnet (Loewe Verlag, 2018)

Die ganze Welt spielt Warcross, das größte Videospiel aller Zeiten! Der Neuro Link, eine neue Virtual Reality Brille, hebt die letzten Grenzen zwischen Realität und Spiel auf. Das Spiel wird zum Alltag und schon bald läuft gar nichts mehr ohne Neuro Link.
Der junge Neuro-Link-Erfinder Hideo Tanaka wird beinahe wie ein Gott verehrt, eSport-Turniere füllen ganze Stadien und die Warcross-Meisterschaft ist das größte Event der Welt.
Auch die 18-jährige Emika Chen ist ein großer Warcross-Fan. Doch als vorbestrafte Hackerin hat sie es weder im echten Leben noch im Spiel besonders leicht. Um trotzdem über die Runde zu kommen und die Spielschulden ihres verstorbenen Vaters abzubezahlen, jobt Emika als Kopfgeldjägerin. Ihr Ziel: Personen, die illegal auf Warcross-Spiele wetten.
Mit dem Beginn der neuen Warcross-Em ändert sich Emikas Leben plötzlich auf einen Schlag. Hideo Tanaka wird auf ihre Fähigkeiten als Hackerin aufmerksam und macht ihr ein verlockendes Jobangebot. Allem Anschein nach will einer der Profi-Spieler das Spiel sabotieren und Emika soll ihn oder sie aufhalten. Eine waghalsige Jagd beginnt, bei der Emika nicht nur ihr Leben aufs Spiel setzt, sondern auch ihr Herz ...

Wie es mit Emika weitergeht und ob sie es schafft, ihre Mission zu erfüllen, erfahrt ihr im zweiten Teil der Reihe „Warcross – Neue Regeln, neues Spiel“. Beide Romane findet ihr im Bereich für Junge Erwachsene in der Bibliothek im kultur.lana

 

Jutta Egger

 

April 2020

Spiel: Fabulantia (Pegasus, 2019)

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Norena Gamper und ich bin 17 Jahre alt. Ich besuche zurzeit die 4. Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Meran und durfte mein Praktikum heuer zwei Wochen in der Öffentlichen Bibliothek Lana verbringen. Innerhalb dieser 14 Tage habe ich einen guten Einblick in das Berufsleben einer Bibliothekarin gewonnen und ich durfte auch viele Tätigkeiten selbst übernehmen, wie z.B. das Erstellen von Ausstellungen, das Einarbeiten von neuen Medien und das Helfen bei Workshops mit Schulklassen.
Die Arbeit in der Bibliothek hat mir sehr gut gefallen, da sie sehr vielfältig und interessant ist, vor allem aber auch aufgrund des angenehmen Arbeitsklimas und der Mischung aus Kundenbetreuung und Büroarbeit. Im Rahmen meines Praktikums war ich am Freitag, den 14. Februar auch am, von der Bibliothek organisierten Spielenachmittag dabei, wo den Kindern neue Spiele vorgestellt und diese dann auch mit ihnen gespielt wurden. Unter diesen Spielen war auch „Fabulantia“, welches ich hier kurz vorstellen möchte.

 „Fabulantia“ erschien 2019 im Pegasus Verlag und wurde für das „Spiel des Jahres 2019“ nominiert. Das märchenhafte Spiel ist für 2-5 Spieler ab 6 Jahren geeignet und lässt sich in 20-30 Minuten gut spielen. Beim Brettspiel geht es darum, dass im Märchenland „Fabulantia“ ein Zauber schiefgelaufen ist und daraufhin alle Bewohner im Land verstreut wurden und nun ihre Freunde suchen. Bei dieser Suche sollen die Spieler ihnen helfen. Die Bewohner werden unter Türmen auf dem Spielbrett verteilt aufgestellt. Drei Auftragskarten werden neben dem Spielfeld aufgedeckt. Diese zeigen jeweils einen hilfesuchenden Bewohner im unteren linken Eck und den gesuchten Freund oben rechts. Der Reihe nach müssen sich die Spieler nun aufmachen, um unter den Türmen nachzusehen, wo sich die drei hilfesuchenden Bewohner befinden. Gereist werden kann je nach Reiseweg per Schiff, Pferd, Kamel, Esel oder fliegendem Teppich. Falls man einen dieser Bewohner findet, kann man den Auftrag annehmen und muss nun den Freund des entdeckten Bewohners suchen. Bei Erfüllung des Auftrags erhält man eine Goldmünze. Gewinner des Spieles ist jener Spieler, welcher als erster drei Goldmünzen erhalten hat.

„Fabulantia“ ist ein unterhaltsames Spiel für die ganze Familie, welches das Kurzzeitgedächtnis sowie die Konzentration fördert, da man sich merken muss, unter welchem Turm welcher Bewohner versteckt ist. Erschwert wird dies durch zwischenzeitliches Verrücken der Bewohner. Das Spiel ist sehr angenehm zu spielen, da man ziemlich schnell ins Spiel reinkommt und es keiner aufwändigen Vorbereitung bedarf.

Viel Spaß beim Spielen wünscht Euch,
Norena Gamper

 

März 2020

Rutger Bregman: Utopien für Realisten (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2019)

Der Titel des Buches erweckte bereits meine Aufmerksamkeit, doch es war der Untertitel, welcher mich davon überzeugte das Buch zu lesen: „Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen.“

Diese These hört sich in der Tat utopisch an. Der junge, niederländische Autor und Historiker Rutger Bregman, auch als moderner Robin Hood bezeichnet,  hat bestechende Ideen für eine bessere Welt. Wir werden den Planteten nicht retten durch „öfter Licht ausmachen“. Wir brauchen eine radikale Veränderung unseres Wirtschaftssystems. Die soziale Frage und der Klimawandel gehören zusammen. Die Armen werden am meisten leiden, deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Reichen endlich zahlen. Der Turbokapitalismus schafft immensen Reichtum, von dem aber nur wenige profitieren. Die Ungleichheit wächst und damit soziale Spannungen. Wir können uns eher das Ende der Welt vorstellen, als das Ende des Kapitalismus. Darum ist es dringend an der Zeit über Tabus zu reden: darüber, wie extremer Reichtum entsteht und oft illegal vermehrt wird. Wir stehen an einem historischen Scheideweg. Wir brauchen neue Konzepte für unsere Art zu wirtschaften und müssen dementsprechend auch über Fragen der Verteilung reden. Wenn Arbeit um ein vielfaches höher versteuert wird als die Gewinne auf Kapitalanlagen stimmt das gesellschaftliche Gleichgewicht nicht.

Rutger Bregman spricht über komplexe Wirtschaftsthemen in einer für alle verständlichen Form. Er fasst diverse, wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen und entwickelt hieraus eine Reihe von wichtigen Fragen. Das Buch regt zum Nachdenken an und macht Vorschläge, wie wir unsere Zukunft entsprechend der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vernünftig gestalten können. Der Inhalt ist kompakt, gut strukturiert und liest sich flüssig.

Maria Theresia Gufler

 

Februar 2020

Jenn Bennett: Unter dem Zelt der Sterne (Carlsen-Verlag, 2019)

Mein Name ist Leni Alber und ich bin 14 Jahre alt. Dank dem Projekt „Take Up“ habe ich die Möglichkeit einmal wöchentlich in die Bibliothek zu kommen und ein wenig in die Arbeit in der Bibliothek hinein zu schnuppern.

Vor kurzem habe ich in der Bibliothek das Buch „Unter dem Zelt der Sterne“ von Jenn Bennett entdeckt. Es ist mir sofort durch sein, wie ich finde, sehr schön gestaltetes Cover aufgefallen. Im Buch geht es um Zorie und Lennon, die eigentlich schon seit Jahren beste Freunde sind. Doch seit dem Homecoming-Ball letztes Jahr herrscht zwischen ihnen Funkstille. Auch ihre Familien haben sich nichts mehr zu sagen. Als jedoch sowohl Zorie als auch Lennon zu einem Campingtrip eingeladen werden und dieser zum Desaster wird stranden die Beiden zusammen in der Wildnis. Plötzlich können sich die einstigen Freunde nicht mehr aus dem Weg gehen und so kommen endlich alle ihre Gefühle zum Vorschein. Zorie und Lennon müssen sich aber nicht nur gefühlsmäßig einer neuen Herausforderung stellen, auch die Natur hat noch die ein oder andere Überraschung für die Beiden übrig.

Die Geschichte wird aus Zories Sicht erzählt, was mir sehr gut gefallen hat, da in ihrem Kopf doch einiges stattfindet. Man lernt sie als sehr offenes Mädchen kennen, welches gerne alles in ihrem Leben strukturiert und plant. Doch genau dieser Tick macht sie, finde ich, sehr sympatisch. Ich hätte jedoch auch nichts gegen einige Kapitel aus Lennons Sicht gehabt, da auch in ihm so einiges los sein muss.
Jenn Bennets Schreibstil ist sehr fesselnd und anschaulich. Sie schafft es, eine perfekte Mischung aus Humor und Gefühlen zu schaffen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Leni Alber

 

 

Jänner 2020

Ewald Arenz: Alte Sorten (Dumont Verlag, 2019)

In einem herbstlichen Weinberg begegnen sich die eigenbrötlerische, schweigsame Bäuerin Lizz, die ihren Hof allein und selbstbestimmt führt, und die junge, störrische, wütende Sally, die vor ihren Eltern und aus einer Klinik geflüchtet ist. Obwohl sie einige Jahrzehnte Leben und Lebenserfahrung trennen, verstehen sich die beiden ohne viele Worte. Lizz bietet ihr eine Schlafgelegenheit, Sally packt bei den Arbeiten am Hof mit an. Beide lassen einander viel Freiraum, akzeptieren sich aber gleichzeitig so wie sie sind mit allen Ecken und Kanten.
Das gemeinsame Arbeiten im Kreislauf der Natur, die Ernte im Kartoffelacker, die Weinlese, das Holzmachen, die Zubereitung von Schnaps aus alten Birnensorten – all diese scheinbar einfachen Handgriffe und alltäglich wirkenden Abläufe geben der jungen Sally mehr und mehr Halt. Und auch Lizz kann sich ganz allmählich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen und Zutrauen finden zu einem anderen Menschen. Dann aber taucht die Polizei auf und fordert Rechenschaft über diese seltsame Zweck-Gemeinschaft…

Das Titelbild erinnert an eine Abbildung aus einer altertümlichen Sortentafel: Es zeigt eine historische Birnensorte mit fleckiger Farbe und einigen Kerben und und Makeln an der Schale. Auch die beiden Hauptfiguren – so scheint das Bild zu sagen – sind vom Leben gezeichnet; doch unter der zum Teil rauen, abweisenden Schale verbergen sie Talente, Leidenschaften, Neugier und die Bereitschaft, nicht aufzugeben.
„Alte Sorten“ ist ein Entwicklungsroman, der sich Zeit nimmt für die Beschreibung der Landschaft und der Figuren. Der Autor Ewald Arenz erzählt mit viel Begeisterung von der heilenden Kraft von Freundschaft, Natur und körperlicher Arbeit im Freien, doch ohne dabei zu verklären und zu verkitschen.


Margot Schwienbacher (Leiterin der Literaturrunde)

 

Dezember 2019

Dan Brown: Inferno

Mein Name ist Thomas Tumler, bin 31 Jahre alt und arbeite auf bestimmte Zeit für die Öffentliche Bibliothek Lana. Im Jahr 2012 besuchte ich eine Umschulung in Meran, machte dort den Computerführerschein und bin seither verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen.
Die Arbeit in der Bibliothek gefällt mir sehr gut, es herrscht ein angenehmes Klima, die Tätigkeit ist abwechslungsreich und interessant.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Euch ein Buch vorstellen, nämlich Inferno von Dan Brown:
Robert Langdon, Professor für Symbologie und Literaturgeschichte an der Harvard Universität, erwacht in einem Krankenhaus in Florenz . Er kann sich weder daran erinnern, wie er dorthin gekommen ist noch was geschehen war. Seine einzige Erinnerung stammt aus einem Albtraum, in dem ihm eine silberhaarige Frau sagte, er solle „Suchen und Finden“. Kurz nachdem er erwacht, beobachtete er, wie sein Arzt von einer Frau  erschossen wird. Schnell wird ihm klar, dass diese Frau es auf ihn abgesehen hat. Dank der Hilfe der Ärztin Sienna Brooks, schafft es Langdon ganz knapp aus dem Spital zu fliehen. Auf der Flucht wollen sie herausfinden, weshalb man Langdon umbringen will. Der Inhalt des  Biohazard-Behälters, der sich in seiner Jackentasche befindet, wirft zusätzliche Fragen auf. Das, was sich darin befindet ist kein Virus oder ähnliches, sondern ein kleiner Projektor dessen Aufnahmen mehr bedeuten, als es für das ungeübte Auge scheint. Bald beginnt ein aufregendes Spiel gegen die Zeit, wo das Fachwissen von Langdon bezüglich Symbologie und Literaturgeschichte immer wieder neu auf die Probe gestellt wird und für den Leser so manche Überraschung bereithält.

Für all jene, denen die Zeit zum Lesen fehlt, gibt es die Möglichkeit den Film auszuleihen, welcher sich ebenfalls im Bibliothekssortiment befindet.

Thomas Tumler

 

 

November 2019

Spiel: Hadara

Mein Name ist Birgit Windegger, ich bin 23 Jahre alt und ich war im Sommer als Praktikantin in der öffentlichen Bibliothek Lana tätig. Den Rest des Jahres verbringe ich in Wien beim Studium der deutschen Philologie, welches sich in vier Bereiche teilt, nämlich neuere deutsche Literatur, ältere deutsche Literatur, Sprachwissenschaft und Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.

In der Bibliothek habe ich dieses Jahr sehr viele neue Dinge entdeckt und darunter befand sich auch das Spiel „Hadara“. Dieses Spiel ist ab 10 Jahren und für 2-5 Spieler geeignet. Die Spieldauer beträgt 45-60 Minuten und es ist 2019 im Verlag Hans im Glück erschienen. Der Autor des Spiels nennt sich Benjamin Schwer und der Illustrator ist Dominik Mayer. Das Wort „Hadara“ stammt aus dem arabischen und bedeutet Kultur. In diesem Spiel geht es darum, seine eigene Kultur zu entwickeln. Dabei bewegt man sich durch verschiedene Epochen und muss sich entscheiden, welche Werte (Militär, Nahrung, Kultur und Geld) man wann und wie weit ausbauen möchte, um zum Schluss an die meisten Punkte zu gelangen. Man erwirbt Karten und kann dabei die Werte verbessern, welche man dann für bestimmte Aktionen verwenden kann. Es werden drei Epochen gespielt, wobei sich die Karten für alle drei Epochen ändern.
Das Spiel ist ein flüssiges Spiel, da es Spielzüge gibt, welche alle Spieler gleichzeitig durchführen. Es sind viele Entscheidungen zu treffen. In der ersten Phase einer Epoche darf man nur eine Karte pro Stapel kaufen, aber man kann sich auch Karten für die zweite Phase zurücklegen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass ebenfalls die anderen Mitspieler die gewünschte Karte erwerben können.

Man braucht ein bisschen Zeit, um in das Spiel reinzukommen, aber wenn man den Ablauf einmal verstanden hat, ist es ein sehr schön illustriertes und leicht von der Hand gehendes Spiel.

Viel Spaß beim Spielen wünscht,
Birgit Windegger

 

Oktober 2019
 
A. J. Finn : the woman in the window

Bereits zum dritten Mal absolviere ich mein Sommerpraktikum in der Öffentlichen Bibliothek Lana. Wer mich noch nicht kennt, ich heiße Elisa Schwienbacher, bin 19 Jahre alt und habe im heurigen am Schuljahr das Sozialwissenschaftlichen Gymnasium Meran abgeschlossen.

Während der vielfältigen Arbeiten und Aufgaben, die ich in der Bibliothek erledigen muss, wie zum Beispiel das Gestalten von neuen Ausstellungen, das Vorlesen von Kinderbüchern und das Arbeiten an der Theke, entdecke ich immer wieder neue Medien, die mich persönlich interessieren. Als großer Fan von Krimis und Thrillern fiel meine Aufmerksamkeit sofort auf einen Roman namens „The Woman in the Window“ von A. J. Finn. Bereits der Klappentext des Buches schaffte es, mich in seinen Bann zu ziehen. Das Buch handelt von einer Frau namens Anna Fox, die auf Grund einer psychischen Störung ihr Haus nicht verlassen kann. Sie leidet unter Agoraphobie und ist seit 10 Monaten zu Hause eingesperrt. Kontakt hält sie nur zu ihrem Psychologen, ihrer Therapeutin und ihrer Familie.

Sie beobachtet von ihrem Zimmer aus stets ihre Nachbarschaft. Erst als Familie Russel nebenan einzieht und Mutter Jane und Sohn Ethan zu ihr Kontakt aufnehmen, wird das Leben von Anna etwas abwechslungsreicher. Doch dann sieht sie, wie Jane ermordet wird. Aus Panik verlässt sie ihr Haus, doch aufgrund ihrer Krankheit bricht sie auf dem Bordstein zusammen. Am nächsten Morgen erwacht sie im Krankenhaus und erzählt der Polizei vom beobachteten Vorfall. Die Polizei jedoch findet keine Leiche und ihr wird eine fremde Frau als Jane vorgestellt. Niemand glaubt ihr, es ist als ob nichts passiert wäre.

Die ersten 200 Seiten sind relativ träge und man erfährt wenig über das Geschehene. Doch dann erhält man einen Einblick in Annas schicksalhafte Vergangenheit und die Handlung nimmt rasant Fahrt auf. Mit unerwarteten Wendungen und einem äußerst detaillierten Einblick in Annas Störung und in das Motiv des Täters ist Spannung bis zur letzten Seite garantiert.

Ich möchte das Buch nicht nur Krimifans ans Herz legen, sondern auch allen, die sich gern von einem unerwarteten Ende überraschen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Elisa

 

 

September 2019
 
Meredith May : Der Honigbus

Das Prinzip eines Bienenstocks: jeder von uns übernimmt einen kleinen Teil und die Teile fügen sich zu einem größeren Ganzen zusammen!

„…zärtlich, nachdenklich, schön und mutig“, so beschreit eine New York Times Bestsellerautorin das Buch „Der Honigbus“, das ich in der Bibliothek entdeckt habe. „…lehrreich und ein bisschen traurig“, würde ich an dieser Stelle noch hinzufügen. Da ich mich mit dem Thema Bienen beschäftige, hat mich der Titel dieses Buches sofort angesprochen  und es hat mir auch sehr gut gefallen.
In der Biografie erzählt die Autorin Meredith May wie sich ihr Leben nach der Trennung ihrer Eltern total verändert und wie sie dadurch die Welt der Bienen kennengelernt hat.
Als Meredith fünf Jahre alt ist, verlässt ihre Mutter ihren Vater, und zieht mit ihr und ihrem Bruder Matthew zu den Großeltern nach Kalifornien. Die Mutter, die nach der Trennung für mehrere Jahre das Bett nicht mehr verlässt, überlässt die Erziehung der Kinder zum größten Teil den Großeltern. Die Großmutter führt ein sehr strenges Regiment und so bietet vor allem der Großvater den beiden Kindern Trost und Liebe. Da er ein begnadeter Imker ist, und vor allem Meredith immer wieder aus dem Umfeld von Mutter und Großmutter in Sicherheit bringen muss, erklärt er ihr im Laufe der Jahre, anhand seiner Bienen, das eigene Leben; wenn Meredith sich verlassen fühlt, zeigen ihr die Bienen, wie man zusammenhält und füreinander sorgt und sie helfen ihr besonders auch dabei, trotz dem Leben mit einer psychisch kranken Mutter, zu sich selbst zu finden und glücklich zu werden.    
Die Autorin hat keine glückliche Kindheit hinter sich und musste sich immer wieder Ausreden gegenüber anderen ausdenken, damit niemand etwas über den Zustand ihrer Mutter erfuhr;  ihr Großvater hat ihr ohne viel Worte zur Seite gestanden und damit gezeigt, wie sehr er sie liebt.
Das soziale Leben der Honigbienen wird in dem Buch mit sehr schönen Bildern beschrieben und ihre Wichtigkeit für Natur und Umwelt, die gerade in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert wird, sehr stark  betont.
Die Autorin sagt selbst, dass ihre Persönlichkeit geformt wurde von den Lektionen fürs Leben, die sie von den Bienen gelernt hat und dass jedes Kind diese Gelegenheit zum Aufwachsen erhalten sollte.
Gute Unterhaltung beim Lesen!


Piock Brigitte

 

 

Juli / August 2019
 
Michael Lüders : Wer den Wind sät - Was westliche Politik im Orient anrichtet

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

ich nutze die Gelegenheit, um mich kurz vorzustellen. Ich heiße Davide, bin 26 Jahre alt und bin seit Januar ein neuer Mitarbeiter der öffentlichen Bibliothek Lana, wo ich voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre arbeiten werde. In der Hoffnung, viele von euch in der Bibliothek zu treffen, möchte ich euch das Buch „Wer den Wind sät – Was westliche Politik im Orient anrichtet“ kurz vorstellen.
Angesichts der rezenten Terroranschläge, den kürzlichen Europawahlen und der dauerhaften Debatte zur Immigrationspolitik, wollte ich mir einen kleinen Überblick verschaffen. Das Sachbuch ist von Michael Lüders geschrieben, einen Nahost- und Islamexperten und ehemaligen Korrespondent der Wochenzeitung „Die Zeit“. Sein detailliertes Wissen kommt schon in den ersten Seiten zum Vorschein. Das Buch handelt von missglückten Militärinterventionen und Fehlentscheidungen sowie ausschließlich interessensorientierten Aktionen von Seite westlicher Staaten, allen voran USA und Großbritannien. Dabei lässt der Autor seine eigenen Gefühle beiseite und basiert sich auf Daten, Fakten und historischen Hintergründen der einzelnen Staaten und Völker. Von Afghanistan, Iran und Irak bis hin zum heutigen Syrienkrieg. Zum Vorschein kommt vor allem, wie kurzsichtige Entscheidungen schwerwiegende Folgen haben. Folgen sind nicht nur Armut, Zerstörung und mangelhafte Demokratie in den entsprechenden Ländern, sondern auch die Geburt von Terrorgruppen wie IS und Al-Qaida, die auch uns und unseren Alltag betreffen und unser Leben prägen.
Michael Lüders kritisiert in seinem Buch nicht nur die einzelnen Entscheidungen, sondern formuliert auch mögliche Lösungen. Trotz der vielen verzwickten Situationen ist das Buch sehr verständlich. Mit seinen 173 Seiten handelt es sich auch nicht um den üblichen „Brocken“ sondern es lässt sich spannend und flüssig lesen.
Persönlich kann ich das Buch nur weiterempfehlen. Das Buch hält uns vor Augen, dass man die Welt nicht in Schwarz und Weis, Gut und Böse einteilen kann, sondern dass es immer viele verschieden Grautöne gibt.
In der Hoffnung einen nützlichen Tipp gegeben zu haben, wünsche ich euch weiterhin viel Spaß beim Lesen.

 

Davide Cardia